03.06.2009 18:31

60 Jahre Deutschland.

Ein echtes deutsches Nachkriegskind ist das Ulmer Theater in der Westentasche. Es wurde 1948, wenige Monate vor der Geburtsstunde der Bundesrepublik, vom damals erst 18-jährigen Theodor Dentler gegründet. Generationen von Schauspielern bildeten in ihren Aufführungen auf der Kleinkunstbühne...



Das Theater in der Westentasche feierte seinen 60. Geburstag.
60 Jahre Deutschland: Heimat-Album
-Die "Weste" :ein Kind der BRD.

Ein echtes deutsches Nachkriegskind ist das Ulmer Theater in der Westentasche. Es wurde 1948, wenige Monate vor der Geburtsstunde der Bundesrepublik, vom damals erst 18-jährigen Theodor Dentler gegründet. Generationen von Schauspielern bildeten in ihren Aufführungen auf der Kleinkunstbühne immer wieder auch aktuelles Zeitgeschehen ab. Politische und gesellschaftliche Ereignisse fanden im „Weste“-Schauspiel ihre Reflexion. Sechs Jahrzehnte deutsche Geschichte spiegeln sich in den Stoffen wieder, die Theodor Dentler und seine Nachfolger über die Jahre auf die Bühne transportierten.

Die Mimen der „Weste“ spielten in den kargen Nachkriegsjahren hauptsächlich religiöse Stücke, die den Menschen nach den Schrecken des Krieges Trost und innere Einkehr verschafften. In den 1960er Jahren schockte das Ensemble um Theater-Rebell Theo Dentler die noch junge Republik mit gewagten Inszenierungen. Bundesweite Schlagzeilen waren die Folge.

Wenige Jahre später begann sich das politische Klima in Westdeutschland zu verändern. Die APO-Studenten um Rudi Dutschke gingen auf die Straße und Bundeskanzler Willy Brandt schlug in der Ostpolitik neue Töne an. Das Theater in der Westentasche indessen wurde berühmt für sein Publikumsspiel. Sie gaben Samuel Becketts „Warten auf Godot“ und (bis heute) Heinrich Bölls „Ansichten eines Clowns“. Seit 1973 ist die „Weste“ - nach Jahren der Wanderschaft - in der Donaustadt beheimatet. Intendant ist heute Thomas Dentler, Theodor Dentlers Sohn. Unter seiner Leitung gaben sich die Darsteller ihrer Leidenschaft fürs Reisen hin. Gastspiele auf allen Kontinenten der Welt sind die Folge. Ein 27-stündiger Aufführungsmarathon bescherte ihnen 1998 einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde. Weiter kümmert sich das Westentaschen-Ensemble intensiv um soziale Belange. Projekte mit Strafgefangenen und Straßenkindern gehörten in den vergangenen Jahren ebenso zu seinen Aktivitäten, wie Workshops an Schulen. (mick)

Freitag, 22. Mai 2009, Nue Ulmer Zeitung -Nummer 116./http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Neu-Ulm/Lokalnachrichten/Artikel,-E-_arid,1612003_regid,13_puid,2_pageid,4503.html.


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